Unterwegs… zur Wildkräuterwanderung

Wildkräuterwanderung Westerwald
Wildkräuter fand ich schon als Kind spannend. Mein Papa pflegte einen sehr großen Garten direkt an unserem Haus, in dem er allerlei Gemüse, Salat, Kartoffeln und vieles mehr anbaute. Ich hatte meinen eigenen Minigarten und bekam immer ein paar Samenkörner ab um selber zu gärtnern. Schon sehr früh lernte ich, nichts schmeckt besser als selbst gezogenes Gemüse. Kräuter jedoch wurden bei uns zu Hause relativ klassisch in Küchenkräuter und „Unkraut“ unterteilt.

Ein Highlight in den großen Sommerferien war für mich immer, wenn ich ein paar Ferientage bei Helene in Runkel Steeden verbringen durfte. Helene war eine ganz besondere, liebe, ältere Dame. Eine sehr große Frau, mit einem noch größeren Herzen. Ihre langen grauen Haare hatte sie immer zu einem „Dutt“ frisiert. Für mich war sie ein bisschen Omaersatz, da meine eigene Oma leider sehr weit von uns entfernt wohnte.

Helene lebte in einem alten, verwinkelten Haus, das mir als Kind riesig vorkam. Dieses alte Haus hatte einen abenteuerlichen Dachboden voller „Schätze“. Ich konnte unzählige Stunden auf diesem alten, staubigen Dachboden verbringen und immer wieder neues “Altes” entdecken.

Am schönsten war für mich an diesen Ferientagen immer die Zeit, die ich mit Helene in ihrem Schrebergarten an der Lahn verbracht habe. Auf ihrer Parzelle stand eine kleine Hütte und sie hatte sogar einen eigenen Brunnen mit Handpumpe. Zu diesem Garten gingen wir immer zu Fuß, am liebsten ein Stück der Lahn entlang. Unterwegs zeigte sie mir allerlei Wildkräuter - sie kannte so viele Blumen mit Namen und konnte mir erklären, wie man sie verwendet. Und ich versuchte, mir das mit mehr oder weniger Erfolg zu merken.

Alte Liebe rostet bekanntlich nicht. In meinem Fall gilt das definitiv auch für Pflanzen und Kräuter. In meinem eigenen Garten habe ich auch schon das eine oder andere Projekt umgesetzt. So zum Beispiel unsere Kräuterschnecke. Wie man eine Kräuterschnecke selber bauen kann, könnt ihr hier nachlesen. Ich freue mich immer wieder darüber, wie gut die Pflanzen in der Kräuterspirale gedeihen und genieße den Luxus, meine eigenen Biokräuter frisch aus meinem Garten zu ernten.

Eine Wildkräuterwanderung hatte ich mir schon lange gewünscht. Denn einfach mal so probieren, was in freier Natur wächst, habe ich mich bislang nicht getraut. Immerhin gibt es viele wilde Kräuter, die ihren giftigen Verwandten zum Verwechseln ähnlich sehen.

Bianca-Glaesser auf DaWanda

Umso mehr habe ich mich über das Geburtstagsgeschenk von unseren lieben Freunden Karin und Horst gefreut. Ein Gutschein für eine Wildkräuterwanderung, zusammen mit Kind und Kegel :-)

Ganz in meiner Nähe bietet der Kräuterwind Kräuterwanderungen an. Am letzten Wochenende war es endlich so weit. Unsere Kräuterwanderung mit Iris Franzen fand rund um den Wiesensee statt. Frau Franzen ist eine sehr sympathische Kräuterfachfrau, die uns viel zu den Kräutern und essbaren Blumen berichten konnte, die sonst eher unbeachtet am Wegesrand und im Wald wachsen. Das eine oder andere wusste ich bereits, aber ich konnte auch wirklich viel Neues erfahren. Neben vielen Anekdoten aus der Pflanzenwelt, auch wie man Heilkräuter anwendet und auch welche Kräuter zur Selbstmedikation eher nicht geeignet sind.

Zum ersten Mal habe ich die Samen des Wiesenbärenklau probiert und war sehr von ihrem Aroma überrascht. Nie hätte ich erwartet, dass die Samen dieser Pflanze wie Bitterorangen schmecken.

Den Giersch kannte ich bereits. Er, das Klettenlabkraut und ich führen einen kleinen Disput in meinem Garten. Bislang hatte der Giersch gewonnen. In Zukunft werde ich meine „Unkräuter“ einfach aufessen ;-)
Giersch
Die Betonie sieht nicht nur hübsch aus, sondern findet in der Volksmedizin bei den verschiedensten Leiden ihren Einsatz. Sie wurde bereits von Hildegard von Bingen beschrieben.
Betonie
Auch der Frauenmantel, der zu den Marienkräutern zählt, ist ein echtes Multitalent. Neben seiner Heilwirkung speziell für uns Frauen soll er auch noch einen feinen Kohlrabi Geschmack besitzen. Das habe ich allerdings nicht ausprobiert.
Frauenmantel
Viele Pflanzen, wie zum Beispiel auch die Brennnessel, betrachte ich nun mit ganz anderen Augen. Ich freue mich schon auf den August, wenn die Samen der Brennnessel reif sind und ich diese ernten werde.

Aus Spitzwegerich kann man einen Hustensaft herstellen. Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
Spitzwegerich
Während des Spazierganges durch die schöne Natur rund um den Wiesensee haben wir verschiedene Kräuter gesammelt und nach der Rückkehr dann ein Wildkräutersalz hergestellt. Alleine schon der Duft dieses Kräutersalzes ist fantastisch!

Wer Lust bekommen hat und nun selbst einmal an einer Wildkräuterwanderung im Westerwald teilnehmen möchte, kann zum Beispiel bei Kräuterwind oder bei Kräuterexpertin Iris Franzen Bad Marienberg weitere Informationen zu geplanten Veranstaltungen finden.

Auf meiner to-do Liste steht jetzt bereits einer der Workshops und Kochkurse, die Frau Franzen anbietet.

Wir hatten einen unvergesslichen Nachmittag, der auch meiner Tochter und meinem Mann viel Spaß gemacht hat. Ich werde ganz sicher noch die eine oder andere Wildkräuterwanderung besuchen, denn ich finde, es das ist ein toller Einstieg, sich an die Welt der wilden Kräuter heranzuarbeiten und wieder etwas von dem alten Wissen zu erfahren.

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