Glücklichmacher

Knöpfe
Mit DIY und Upcycling bin ich aufgewachsen. Das heißt, dieser Trend zum selber machen ist eigentlich nichts Neues für mich. Allerdings hieß DIY bei uns zu Hause “Heimwerken” und alles, was noch irgendwie gebraucht werden konnte, wurde einfach nicht weggeworfen. Und somit irgendwann – vielleicht – “upcycelt”.

Mein Papa war ein leidenschaftlicher Selbermacher und die Fernsehsendung “Ratgeber Haus und Garten” im öffentlich rechtlichen Fernsehen gehörte damals zum Fernsehpflichtprogramm für uns. Da saß dann schon mal ein Großteil der Familie gemeinsam Sonntags vor dem Fernseher um die neuesten Tipps zum Thema Heimwerken zu sehen. Und wenn die Sendung zu Ende war, musste eines der Kinder zum Umschalten aufstehen, denn der Fernseher hatte damals noch keine Fernbedienung…

Und danach ging es dann raus in den Garten, spielen, Roller oder Fahrrad fahren, auf Bäume klettern oder was man halt als Kind sonst noch unbedingt draußen tun muss.

Und dabei wurde natürlich keine Rücksicht auf die Kleidung genommen. Die Nähmaschine meiner Mama gehörte zum Inventar unseres Hauses und war für mich so selbstverständlich wie für andere Familien der Backofen oder der Kühlschrank. Das heißt, Kleidungsstücke mit Löchern wurde wurde nicht einfach weggeworfen, sondern geflickt.

In meinem zu Hause gab es ein paar besonders wichtige Orte. Das war zum Beispiel die Küche – denn hier fand hauptsächlich das Familienleben statt. Am Küchentisch wurde gemalt und gebastelt, Hausaufgaben gemacht und zusammen gegessen. Nach dem Essen hat meine Mama gespült und wir mussten das Geschirr abtrocknen. Denn eine Spülmaschine gab es damals, in den 70er und 80er Jahren, bei uns nicht. Wahnsinn, wie viele Stunden des Tages alleine damit verbracht wurden, das schmutzige Geschirr zu spülen…. Aber – so im nachhinein – fand in diesen Momenten etwas ganz wichtiges statt: Gemeinsame Zeit. Beim gemeinsamen Essen und anschließenden aufräumen und spülen sind hier alle Fäden wieder zusammen gelaufen. Neuigkeiten wurden ausgetauscht und es wurde viel mitteinander gelacht. Und oft haben wir uns dabei auch gestritten – wie die Kesselflicker :-)

Ein weiterer Platz, der mich fast magisch anzog, war das so genannte “Kapäuschen”. Ein winzig kleiner Abstellraum, der mit allen möglichen Dingen vollgestopft war, die man eigentlich nicht mehr brauchte. Da sie aber zum wegwerfen zu schade waren, warteten sie hier auf ihr zweites Leben. Ein Sammelsorium an kleinen Kostbarkeiten! Unter anderem gab es dort eine große Kiste, randvoll mit alten Knöpfen. Was habe ich diese Kiste geliebt! Stundenlang konnte ich mich damit beschäftigen, diese Kiste auszuräumen, zu sortieren und alles wieder wegzupacken. Herrlich!

Heute wollte ich einfach meine Freude mit euch teilen, denn mir ist ganz unverhofft – neben ein paar anderen, tollen alten Nähschätzchen – genau diese alte Knopfkiste in die Hände gefallen.

Danke Mama, dass du sie mir überlassen hast, du hast mir damit eine Riesenfreude bereitet! Ob ich die alten Knöpfe vernähen werde, weiß ich noch nicht. Aber ganz sicher werde ich sie aufheben, hin und wieder hervorkramen und in alten Erinnerungen schwelgen.

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