Das “Molderdejer”

Maulwurfkuchen
Bei uns zu Hause wurde hochdeutsch gesprochen. Das hatte einen ganz einfachen und pragmatischen Hintergrund… Mein Papa war Saarländer und meine Mama stammt aus dem Hochwald. Als es die beiden mit meinen älteren Geschwistern dann vor vielen Jahren irgendwie und irgendwann in den Westerwald verschlagen hat, mussten natürlich erst mal neue Kontakte geknüpft werden. Kinder sind da ja relativ unkompliziert. Und so spielte mein Bruder dann auch gleich mit dem Nachbarsjungen. Der dann promt Abends zu Hause erzählte: “Mama, da nebenan sind Franzosen eingezogen” :-)

Franzosen?! Ich versuche mir vorzustellen, wie das wohl war, als die zwei Jungs den ganzen Tag miteinander gespielt haben, ohne sich wirklich unterhalten zu können. Und nachdem meine Mutter am nächsten Tag beim Metzger gerne einen Kringel Fleischwurst kaufen wollte und ihr niemand die “Leona” geben wollte (Eine Lyoner Wurst sieht hier einfach anders aus) haben meine Eltern beschlossen, mit uns Hochdeutsch zu sprechen. Und ich habe von zu Hause aus keinen Dialekt mitbekommen.

Damit bin ich dann auch viele Jahre ganz gut durchs Leben gekommen. Bis ich dann während der Fastnachtszeit meinen Herzallerliebsten kennengelernt habe und es mich noch tiefer in den Westerwald verschlagen hat. Denn für mich erschwerdend kam dazu, dass es nicht “den” Westerwälder Dialekt gibt, sondern auch noch fast jedes Dorf einen eigenen Dialekt hat.

Wir hatten also Fastnacht, und wir beide sind frisch verliebt losgezogen, um ein bischen mitzufeiern. Und so ergaben sich dann auch die ersten netten Gespräche. “Wu seist dau dann gebürtisch fu, Marry?!” Stellt euch jetzt einfach ein Fragezeichen über meinem Kopf vor. Zum Glück konnte mein Liebster mir weiterhelfen und übersetzen. Eigentlich ganz einfach, der nette ältere Herr neben mir wollte einfach gerne wissen, wo ich herkomme (gebürtig bin) und “Marry” hat er alle Mädchen genannt, deren Namen er nicht kannte… Okay :-) Die erste Hürde war genommen…

Mittlerweile bin ich lange genug hier um die meisten Gespräche zu verstehen. Aber wenn sich waschechte Westerwälder untereinander auf platt unterhalten, ist immer mal wieder was Neues zu lernen.

Also Hand auf`s Herz: Wer von euch kennt ein Molderdejer?

Für alle, die es auch nicht wussten, gibt es heute den Maulwurf (Molderdejer) Kuchen…
der so schnell gebacken ist, das noch genug Zeit bleibt, ein bischen mit den Nachbarn zu “schwätzen” ;-)

Am Besten, den Boden am Vortag backen, die Deko vorbereiten und dann den Maulwurfkuchen am nächsten Morgen fertigstellen.

Ihr benötigt folgende Zutaten:

26 er Springform
Fett für die Form

Für den Boden:
150 Gramm weiche Butter
180 Gramm Zucker
3 Eier
230 Gramm Mehl
50 Gramm Kakao (dunkler Backkakao)
2 Teelöffel Backpulver
100 ml Milch

Für den Belag:
3 Bananen (ersatzweise ein Glas Schattenmorellen oder anderes Obst)
100 Gramm Schokoflocken
2 Päckchen Vanillezucker (oder zwei Esslöffel selbst gemachten Vanillezucker)
3 Becher Sahne
3 Päckchen Sahnesteif

Für die Dekoration:

1/2 Päckchen (100 Gramm) Marzipanrohmasse
Puderzucker
Lebensmittelfarben
Kakaopulver
Evtl. Zahnstocher (geben der Dekoration etwas Halt)

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So wird`s gemacht:

Die Springform fetten und den Backofen auf 170 Grad Umluft vorheizen.

Die weiche Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Jedes Ei einzeln unterschlagen und jeweils ca. 20 Sekunden rühren.

Mehl, Kakao und Backpulver mischen und in den Teig sieben. Nach und nach die Milch unterrühren.

Den Teig in die vorbereitete Backform geben und bei 170 Grad Umluft ca. 30 Minuten backen.

Am nächsten Morgen den Boden mit einem Löffel ca 2 cm tief aushöhlen und dabe einen Rand stehen lassen. Die Kuchenkrümel in einer Schüssel zur Seite stellen.

Die Bananen halbieren und den ausgehölten Boden damit belegen.

Die Sahne mit dem Sahnesteif und dem Vanillezucker fest schlagen und die Schokoflocken unterheben.

Die Sahne kuppelförmig auf dem Boden verteilen und mit den Krümeln bedecken.

Boxer-II

Wer mag dekoriert, den Maulwurfkuchen mit einem selbst gemachten Maulwurf aus Marzipan.

Hierfür den Puderzucker auf die Marzipanrohmasse sieben und gut miteinander verkneten. Etwas Marzipan (ca. erbsengroß) davon abnehmen und ungefärbt lassen (für die Augen). Einen kleinen Teil des Marzipan (ca. walnussgroß) mit roter Lebensmittelfarbe rosafarben einfärben. Hieraus entstehen die Schnauze und die Hände (Schaufeln). Das restliche Marzipan mit dem Kakaopulver verkneten. Um einen Maulwurf zu formen, einfach das mit dunklem Kakao gefärbte Stück zu einer großen Wurst rollen. Aus dem oberen Drittel der Rolle den Kopf herausformen. Das rosafarbene Marzipan in 4 Teile aufteilen. Aus zwei Dreiecken entstehen die Hände. Eine Kugel zur Schnauze formen, einen sehr kleineren Teil etwas dunkler rot für die Nasenspitze einfärben und aufsetzen. Nun noch aus dem ungefärbten Marzipan die Augen formen und aufsetzen. Die Pupillen habe ich mit etwas geschmolzener Schokolade aufgetupft.

Wer mag, gibt dem “Molderdejer” mit Zahnstochern ein bischen Halt auf dem Hügel :-)
Einfaches Maulwurfkuchen Rezept

Viel Spaß beim nachbacken!

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